volviendo.....
Ich bin wieder da! Zurueck, daheim in Oesterreich.... Irgendwie ist alles ein wenig seltsam. Das meistgebrauchte Vokabel in meinem Wortschatz ist sicherlich "schräg". Einerseits kommt es mir so vor, als waere ich gar nicht lange weggewesen, andererseits verwundern mich schon die kleinsten Alltäglichkeiten. Gerade jetzt zum Beispiel, dass ich ein ä auf der Tastatur schreiben kann und kein ae. TOll!!! ääääööööüüüü Oder dass ich auf einem Fahrradstreifen fahre..... oder das Klopapier ins Klo werfen kann, aus dem Wasserhahn trinke. Ich besitze wieder ein Handy. Nur, was mache ich jetzt eigentlich damit? Ein mancher hat sich wahrscheinlich schon gewundert, als ich nach einer dieser Erfahrungen ausbarst. Die Autos bleiben vor dem Zebrastreifen stehen. Es gibt sogar wieder Zebrastreifen!
Die Zeit ist nur so verflogen. Obwohl so viel passiert ist, kommt es mir vor, gar nicht lange weg gewesen zu sein. Wahrscheinlich habe ich es bis jetzt auch noch nicht vollkommen realisiert, wieder hier zu sein. Aus Erfahrung weiss ich, dass man dazu psychisch oft viel laenger braucht, als physisch. In knapp 18 Stunden schafft man die Strecke Lima-Feldkirch. Doch die Seele braucht ein wenig laenger...
Doch bis es soweit ist, dass mich das Fernweh wieder packt, der travelbug Besitz ergreift, geniesse ich die Zeit in vollen Zügen (schon wieder ein ü. Freude!). Es ist wahnsinnig schön, wieder daheim zu sein. Man lernt vieles erst so richtig schätzen, wenn man es eine Zeit lang nicht mehr hatte. Und so sehr ich das Reisen liebe, daheimsein ist auch wunderbar! Vor allem wenn man auf so einem schönen Fleckchen Erde wohnen kann wie wir. Ich staune immer wieder ueber unsere Infrastruktur. Geteerte Strassen, öffentliche WC-Anlagen. Stadtbusse!!! Es ist sicherlich schwer zu verstehen, wenn man ganz andere Seiten des Lebens gesehen hat. Die Armmut, die bettelnden Frauen, die 5-jährigen Schuhputzer, die streunenden Hunde, die Arbeiter in den Minen.... Die Bilder ziehen wieder an meinen Augen vorbei. Doch wenn ich draußen in das Grün des Waldes blicke, die Menschen in unseren Straßen sehe oder mein Leben in der Sonne am Pool genieße, dann fällt es mir schwer, diese andere Realität nicht zu vergessen. Denn sie kommt mir so unwahrscheinlich vor, dass ich es nicht glauben würde, hätte ich es nicht mit eigenen Augen gesehen. Und so tief mich diese Anblicke auch geschockt haben, so froh bin ich darüber, sie erlebt zu haben. Denn es gibt auch diese Seite des Lebens. Und ich zwinge mich dazu, daran zu denken. Diese Bilder nie zu vergessen, so sehr ich sie manchmal verdrängen will. Ich muss leider zugeben, dass ich sie öfters verdrängen will. Denn es tut weh. Einem fällt das Lachen schwer und man fühlt sich auf der Sonnenliege am Pool plötzlich gar nicht mehr so wohl. Wenn vor deinem geistigen Auge ein kleines peruanisches Mädchen im Lumpenkleid, das für ein paar Cent Fingerpuppen verkauft, erscheint, dann schämst du dich für den Reichtum um dich herum......
Einmal Lima und zurueck......
Morgen fliege ich wieder zurueck. M-O-R-G-E-N! Zurueck in die traute Heimat. Die 5 Monate sind schnell verflogen. Ich kann kaum glauben, dass es schon so lange her ist, als ich voller Neugierde, aber auch Angst, aus dem Flugzeug stieg und begann, dieses bisher unbekannte, wunderbare Land zu entdecken und kennenzulernen. Zwei tolle Monate mit Kathy. Cusco, Puno, Arequipa, Mollendo.... Eine Wahnsinnig schoene Reisezeit mit Verena. Chile, Argentinien, Uruguay. Die Freiheit des Reisens. Am Morgen entscheiden, wo man am Abend sein wird. Wohin uns unser Lonely Planet fuehrt.... Bolivien, Brasilien....
Me gusta viajar, me gustas tu..... que voy a hacer? Je ne sais pas.... Heimkehren, denke ich. Heimat. Ist schon seltsam, wie dieses Wort an Bedeutung gewinnt, sobald man meilenweit davon entfernt ist.
Bald werde ich alle diese Gesichter und lieben Menschen wiedersehen, deren Bilder in meinem Kopf schon am verblassen sind. Und bald werde ich alle diese Gesichter nicht mehr sehen, die jetzt noch so praesent sind. Die wichtigste davon natuerlich Kathy. Was haette ich wohl ohne sie jemals gemacht?
Doch bevor ich noch allzu sentimental werde, hoere ich lieber auf mit "la ley" und "ricardo arjona" musik. Ab ins Bad und danoch auf ins limenische Nachtleben.....
Hoy es adios, manana quizas..........
Bis Freitag!
Cusco callin.....
Es war irgendwie seltsam, wieder hier in Cusco zu sein. Durch die Strassen zu fahren, und alles wiederzu erkennen. Es fuehlte sich nicht an, als ob ich ueber 3 Monate weg gewesen waere..... Da meine Ankunft bzw. die Entscheidung, den Flug zu buchen, recht spontan war, war auch niemand darauf vorbereitet. Kathys Eltern waren in Urubamba auf einer Hochzeit, und so nahm ich ein Taxi vom Flughafen. Doch Fer erwartete mich schon. Ein freudiges Wiedersehen! Nachdem ich am Nachmittag ein bisschen Schlaf nachgeholt hatte, sah ich auch endlich Kathys Eltern, Alu und Gaso wieder. Die zwei suessen! Gaso war ein Stueck gewachsen und redete schon recht viel. Vieles zwar noch unverstaendlich, aber immerhin. Und sie nennt mich ILIS!! sooo suess! und eine wahre Verbesserung zum bisherigen Tu oder APU. Die nachsten Tage verbrachte ich ruhig in Cusco. Ich holte, wie ihr sicher bemerkt habt, viel Schreibarbeit in meinem Tagebuch nach, traf mich mit Fer und seinen Freunden, traf Daz und Lucy, und Matt und die Maedchen vom Uyunitrip,.... Ich fuellte auch eine ganze neue Tasche mit Souvenirs. Ich hoffe ich bin nicht schon ueber dem Limit.....
Am Donnerstag Abend traf ich mich mit Fer, Luis, Sonya und Tio Raul. Treffpunkt war die Plaza de armas um sechs Uhr. Als ich um halb sieben erschien war ich natuerlich die erste. Typisch! Wir assen noch ein letztes Mal Salchipapas und teilten eine jarra de ron und ein kuehles Cusquena.......
Am naechsten Morgen hiess es erneut Abschied nehmen. Diesmal fuer laengere Zeit und von Menschen, die ich sehr ins Herz geschlossen hatte. Julio, Chivi, Fer, Alu und Gaso..... Als ich Alu sagte, dass ich gehen wuerde, fragte sie "fuer immer?". Ich sagte, nur fuer seeehr lange Zeit. Julio versprach, mit ihr nach Europa zu reisen, wenn sie 10 Jahre alt ist. Sie begann scho zu zaehlen
Gaso bekam den Abschied wahrscheinlich noch nicht so ganz mit, aber sie winkte mir lange nach "chau Ilis!!!" Als ich mich von Fer verabschiedete, der an die Uni musste, fing ich fast wieder an zu weinen. Mein hermanito...........
Julio brachte mich mit all meinem Gepaeck zum Flughafen. Zusaetzlich zu meinem Rucksack und Taschen hatte Chivi mir auch noch 24 Kilo (!!!) Lebensmittel fuer Kathy mitgeschickt. Sie schenkte mir zum Abschied noch eine silberne Kette mit dem "Kreuz der Anden".
Potosi, Sucre, Santa Cruz und das Ende der Brasilienreise koennen nun auch nachgelesen werden.
Uyuni wird noch nachgeholt.....
Updates!
Hallo ihr lieben! Ja, ich weiss, ich habe mein Weblog vernachlaessigt. Tut mir auch wirklich leid, ehrlich! Aber wenn um einen herum so viel passiert und es so viel zu sehen und zu tun gibt, dann faellt es eben schwerer, sich stundenlang in ein Internetcafe zu setzen. Und wenn ich schon von meinen Reiseerlebnissen berichte, dann will ich das auch ausfuerhlich tun. Ich habe also in den letzten Tagen ziemlich viele Updates hinzugefuegt, es fehlt aber doch noch ein grosses Stueck. Vor allem zwischen den verschiedenen Eintraegen. Der Uyunitrip wird noch nachgeholt, sowie Sucre und Santa Cruz! Ich bin nach einem mehroderweniger direktem Flug von Santa Cruz wieder in cusco angekommen! Es geht mir sehr gut. Es ist schoen, geliebte Menschen wiederzusehen. Auch wenn mich Alu und Gaso ganz schoen auf Trab halten.... Freitag gehts vorausichtlich nach Lima, damit ich noch ein paar Tage mit Kathy verbringen kann bevor ich am 17. in Muenchen ankomme. Ich werde meinen Rueckflug nun doch nicht verschieben, denn 165 Euro sind ziemlich viel Geld fuer eine Woche Verlaengerung....
Also nun heissts wirklich hasta luego! Obwohl es mir sehr schwer faellt, diesen Kontinent und meine grossartige Reisezeit fuer ein Weilchen hinter mir zu lassen, freue ich mich natuerlich wahnsinnig, alle meine lieben Freunde und Familienmitglieder wieder zu sehen! Auch wenn die meisten Medizinstudenten wohl in Innsbruck verweilen werden.... Aber das ist fuer mich ja auch nur mehr ein Katzensprung!
Muchos besos, iris
Nach einer recht kalten Zugfahrt mit weniog Schlaf kamen wir am Morgen wieder in Santa Cruz an. Eine Taxifahrt spaeter kam ich wieder bei Lotty an. Zeit zum Schlafen blieb mir aber keine. Ich fruehstueckte zuerst mit ihr, buchte meinen Flug fuer morgen, musste zwei Waschmaschinen mit meiner verdreckten Waesche fuellen, noch ein Outfit fuer den Abend besorgen,.... Ehe ich mich versah, war es schon Abend, und ich machte mich auf, um mit Kathi auf das Maturavalet ihres Cousins zu gehen. Er geht auf eine amerikanische Schule, und so war die Graduation auch sehr amerikanisch. Es erinnerte mich sehr an meine eigene in den USA. Die Halle war schoen geschmueckt, ein paar Ansprachen, natuerlich alle Schueler in "Cap and gown" (so wie man es aus den hollywoodfilmen kennt) und zum Schluss wurden natuerlich alle Huete in die Hoehe geworfen. Danach gings mit Kathis Familie essen und spaeter gingen wir noch aus. Verdammte cruzenische Nobeldiscos! Da ihr Cousin diesmal nicht dabei war, kamen wir auch nicht hinein... Naja, dann mussten wir eben mit einer Bar vorlieb nehmen. War aber auch amuesant!
Meine Nacht war dann doch sehr kurz, denn um halb fuenf musste ich schon wieder aufstehen und auf zum Flughafen! Ich verabschiedete mich von Lotty und wurde per Taxi zum Flieger gebracht. Ich musste ziemlich kaempfen, um meine Augen offen zu halten. Beim Flug anch La Paz verpasste ich dann sogar Abflug und Landung... Dort angekommen merkte man zuerst nichts von all den Unruhen und Demonstrationen. Ich hatte fast zwei Stunden Aufenthalt, so vertrat ich mir die Beine im kleinen Park vor dem Flughafen und redete mit einem Taxifahrer ueber die Strassensperren. Es gab von hier aus genau eine Route nach la Paz, die nicht blockiert war. Keine Ahnung, wohin die fuehrte, aber ein anderer Reisender, der gerade angekommen war, konnte in keines der Hotels in seinem Fuehrer gebracht werden.... Wer will denn jetzt schon freiwillig nach La Paz??? Aus den zwei Stunden Aufenthalt wurden dann fast vier.... Ich starrte immer wieder auf den Bildschirm mit den Abfluegen. Minuetlich wurde ein Flug abgesagt oder verschoben. Ich hoffte, dass neben meinem Flug nicht ploetzlich "cancelado" stehen wuerde. Ich hatte Glueck, denn nach einiger Zeit Verspaetung konnten wir tatsaechlich fliegen. Kurz nach dem Abflug sah ich unter mir die gesperrten Strassen. Unzaehlige Autos waren quer ueber die Strasse gepartk,... Den Leuten bleibt nichts anderes uebrig, als zu laufen. Einige Minuten spaeter sah man schon den schimmernden Titicacasee unter uns und nach einer Stunde erreichten wir Cusco. Wow, ich kann kaum glauben, dass ich ueber 3 Monate weg war!
Als ich aus dem Flugzeug Ausstieg und in die Ankunftshalle trat, hoerte ich ploetzlich jemanden hinter mir meinen Namen rufen. Ich drehte mich um, und sah hinter einer Absperrung in der Abflugshalle Ariana, Kathys Gastschwester aus der USA!!! Sie war aber nur 2 Tage hier zu Besuch, denn sie wuerde zuerst nach Paraguay fliegen und im Juli wieder zurueckkommen. Was fuer eine schoene Ueberraschung, dass ich sie doch noch sehen konnte. Wenn auch nur fuer einige Minuten, denn sie flog mit dem gleichen Flieger weiter, mit dem ich gekommen war. Freudig redeten wir ueber alles moegliche, halb durcheinander und gleichzeitig bis mich die Sicherheitsleute vertrieben, da ich ja unter der Absperrung durchgeschluepft war. Doch als ich den Gang zu Ende zur Passkontrollschlange lief, befand ich mich wieder im gleichen Raum wie sie. Also hatten wir noch ein paar Minuten, bevor ihr Flug aufgerufen wurde....
Nachdem ich meinen Einreisestempel im Pass hatte, holte ich mein Gepaeck ab und wurde prompt von der Sicherheutsaufsicht mit Fragen durchloechert. Was denn in meinem Rucksack sei, von wo ich komme, was ich mache, blablabla Nachdem ich alle brav beantwortete, sah er mich noch einmal sehr kritisch an und winkte mich weiter. Schoene Ankunft ist das.....
Pantanal!!
Der Wecker klingelte frueh. Kurz nach sieben standen wir auf und fruehstueckten. Um Acht sollten wir abgeholt werden, doch wie nicht anders erwartet verspaetete sich unser Shuttleservice um eine halbe Stunde. So hatten Kathi und ich wenigstens noch Zeit, mit den Rezeptionisten ein wenig portugiesisch zu lernen. Irgendwann wurden wir dann doch noch abgeholt und zurueck zum Green Track-Hostal gebracht. Dort wartete bereits unser Jeep mit den anderen Mitreisenden auf uns. Der Jeep hatte eine offene Ladeflaeche mit zwei Baenken. Dort fanden dann ausser uns zwei noch sieben andere Platz. Los ging die Fahrt! Vier Stunden lang fuhren wir durch die Wildnis, bevor wir unser Camp erreichten. Die Strasse war bald nicht mehr geteert und so wurden wir wieder einmal durchgeschuettelt. Aber trotzdem war es spitze! Wir standen alle auf den Baenken, hielten uns dabei an den Stahlrohren, die den Jeep umspannten, fest und genossen den Fahrtwind und die Aussicht. Schon bald erspaehten wir Capivaras und danach unzaehlige Krokodile! Wenige Meter von uns entfernt lagen sie in der Sonne oder schwammen im Wasser. Die meisten von ihnen bewegten sich aber keinen Millimeter! Irgendwann waehrend der Fahrt verloren wir unseren Auspuff. Doch er wurde wieder eingesammelt und einfach mitgenommen. Kurze Zeit spaeter hoerten wir ein zischendes Geraeusch. Wir hatten einen Reifenplatten! Doch kein Problem, wozu hat man denn einen Ersatzreifen! So wurde dieser schnell ausgewechselt und weiter ging die Fahrt. Wir hofften alle nur, dass dies die letzte Panne sein wuerde.... Auf halbem Weg kamen wir an den Río Paraguai. Dort wurde der Jeep auf eine kleine Faehre gefahren und ueber den Fluss transportiert. Des oefteren wurde angehalten, damit wir auch alle unsere Krokodilfotos machen konnten. Puenktlich zum Mittagessen kamen wir dann in unserem Camp an. Dort bezogen wir unsere "Zimmer". Die bestanden aus einem grossen Gemeinschaftszelt mit Haengematten. Die Waender waren aus Moskitonetzen und die Haengematten hatten nochmals eigene Moskitonetze. Das war aber auch noetig, denn die kleinen Mistviecher nerven hier gewaltig. Danach wurde Mittag gegessen. Man muss sagen, wir hatten eine gute Koechin! Am Nachmittag schmierten wir uns von oben bis unten mit Mueckenschutz ein und machten uns auf, um den Sumpf ein wenig zu erkunden. Auf der Staubstrasse liefen wir einige Minuten, als wir am Horizont ein schwarzes Tier bemerkten. Ein Puma! Wir hatten wirklich Glueck! Danach zeigten sich die Tiere ein wenig seltener, doch wir sahen trotzdem noch einen Tapir, Tukane und ein paar Affen! Ich wollte immer schon Affen sehen! Verena erinnert sich sicherlich noch gut an die Wanderung in Iguazu, bei der mich alle paar Minuten darueber beschwert hatte, noch keine Affen gesehen zu haben....
Der Reisefuehrer Morillo zeigte uns nuetzliche Dschungeltipps. Zum Beispiel wie man aus einem Ast eine Moskitoklatsche macht, oder wie man den Saft der "Seifenfrucht" ein antiseptisches Mittel verwenden kann. Sehr nuetzlich, vor allem fuer Kathi, die aufgrund des Moskitoschutzmittels schon ein etwas angeschwollenes Gesicht hatte.
Am Schluss der Wanderung wateten wir bis zu den Knien im Sumpf und bestaunten den Sonnenuntergang, waehrend wir alle damit beschaeftigt waren, die Muecken zu vertreiben. Als wir das Camp erreichten, war es schon fast dunkel. Nach dem Abendessen zogen wir abermals aus, um die Krokodile bei Nacht zu besuchen. Wir mussten nur wenige Meter laufen, bis wir schon eines entdeckten. Wir konnten uns auch bis zu einem Meter annaehern, bis es mit einem Satz im Wasser verschwand. Wir entdeckten auch noch ein paar schlafende Voegel, aber vorallem MUECKEN!!! Wenn ich meinen Taschenlampenstrahl vor mich richtete, dann sah man es nur so schwirren und brummen. Gut, das wir noch einmal gut mit Mueckenschutz eingeschmiert hatten!! Nach eienr Stunde Krokosuche kehrten wir wieder ins Camp zurueck. Wir verzogen uns in unsere Haengematten und Mueckennetze....
An die neue Schlafstaette muss man sich doch wohl erst gewoehnen, denn so bequem schlief ich auf jeden Fall nicht.... Frueh wurden wir geweckt und sahen uns den Sonnenaufgang ueber dem Sumpfgebiet an. Zwei Papageien, die sich uns annaeherten und schliesslich von Schulter zu Schulter huepften, stahlen der Sonne aber die Show. Danach wurde ausgiebig gefruehstueckt, bevor wir wieder aufbrachen. Um zu den Kanus zu gelangen, mussten wir erst eine Stunde durch den Dschungel stapfen. Einmal mussten wir durch Wasser waten, das uns bis ueber die Huefte ging. Einen Meter entfernt entdeckte ich ein Krokodil, das friedlich vor sich hinschlummerte und wir erfuhren, dass sich im gleichen Wasser auch Piranhas und ab und zu Anacondas tummelten. Wie beruhigend! Auf der heutigen Wanderung hatten wir mehr Glueck als gestern. Wir entdeckten dutzende Tiere, unter anderem Affen, Coatis, Wildschweine, Tukane, ... Wir erreichten unsere Kanus und wurden in Gruppen eingeteilt. Ich ruderte im gleichen Boot mit Kathi und einem Mexikaner. Naja, sagen wir einmal Kathi uebernahm die wichtige Rolle des navigierens
. Das Vorwaertskommen war aber schwieriger als gedacht, die anderen zwei Kanus haengten uns sofort ab. teil des Problems war wahrscheinlich der hintere Ruderer, der ewig lang nicht glauben wollte, dass man nach links faehrt, wenn man rechts paddelt. Aber es wurde auf jeden Fall viel gelacht, wenn wir uns wiedereinmal im Kreis drehten, in die falsche Richtung fuhren oder in den Seerosen verfingen. Anacondas sahen wir keine, aber dafuer wieder ein paar Krokodile (*gaehn* *GGG*).
Im Camp gabs dann wieder ein schmackhaftes Mittagessen und danach noch eine Volleyballpartie. Der Jeep sollte uns eigentlich so gegen zwei Uhr abholen, doch wie nicht anders erwartet warteten wir mindestens zwei Stunden laenger. Mit einem australischen Paerchen, Claire und Rob, traten wir dann den Rueckweg an. Der Fahrer gab ordenltich Gas, und so brauchten wir eine Stunde weniger als wie beim Herweg. Wir entdeckten unzaehlige Capivari am Wegrand, Rob versuchte uns auch zu ueberzeugen, er haette eine Anaconda gesehen.... Ich sah der Sonne beim untergehen zu, waehrend der Fahrtwind mit meinen Haaren spielte. So ein offener Jeep ist wirklich toll! Am Abend kamen wir wieder in Corumbá an und duschten ersteinmal ausgiebig. Ich war schon lange nicht mehr so dreckig! Noch schmutziger als nach dem Minengekrabbele.... Der offene Jeep hat auch den Nachteil, dass man ziemlich eingestaubt wird. Nach der Dusche war dann auch die Haelfte unserer Braeune wieder weg.....
Am Abend assen wir mit Claire und Rob Pizza und verzogen uns noch ein wenig ins Internetcafe. Am naechsten Tag gingen wir noch Einkaufen und ich wollte an Nachmittag mit Rob Bungeejumpen. Doch die Firma, die das durchfuehrt, sagte uns kurz davor ab.... Kathi und ich nutzten die Zeit anderweitig und liessen uns taetowieren.
Am spaeten Nachmittag ging der Zug wieder zurueck nach Santa Cruz, diesmal ein wenig unkomfortabler und vor allem KAELTER. Die Unsitte, die Fenster offenzulassen, ist eigentlich nichts gegend ie Unsitte, immer die Klimaanlage voll aufzudrehen. Nachdem ich in zwei Pullis noch frierte, bat ich die Schaffner mehrmals, die Klimaanlage herunterzudrehen. Als ich dann nach dem fuenften Mal entnervt aufstand, und in ihr Abteil kam, meinten sie, andere PAssagiere beschweren sich, es sei zu warm. Aber sie wuerden mir einen Gefallen tun, und die Anlage herunterdrehen. Das taten sie dann auch tatsaechlich. Fuer etwa 5 Minuten...... GRRRRR